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Wie es dir gelingt, deinen Egochef einzuschätzen

Du willst wissen, was dein Egochef in euren Gesprächen denkt und Antworten geben, die dich in euren Gesprächssituationen voranbringen?

Damit du deinen Chef besser einschätzen kannst, bekommst du einen Überblick über unterschiedliche Führungsstile, die Bedeutung des Egos und warum die Selbstwahrnehmung so wichtig ist.

Einen Chef zu haben, mit dem du dich super versteht, der dich total unterstützt und mit dem alles reibungslos läuft, ist ein Traum. Doch wie sieht die Wirklichkeit aus? Es gibt Chef(innen), deren Ego bis zum Mond und wieder zurück reicht. In Gesprächssituationen fehlen dir manchmal die Worte und die Kommunikation kann kräftezehrend sein.

Du bekommst vielleicht das Gefühl vermittelt, dass du dich ändern sollst, damit die Dinge „richtig“ laufen. Doch ist das wirklich so?

FÜHRUNGSSTIL ODER EGO?

Als Führungsstil wird die Art und Weise bezeichnet, wie sich ein Chef gegenüber seinen Mitarbeitern verhält. Dabei gibt es unterschiedlichste Ausprägungen: Egoa***h und Menschenfreund.
Das Ego steht für das wissenschaftliche „Ich“, das psychologische „Selbst“ und umgangssprachlich für das Selbstwertgefühl.

Unterschiedliche Führungsstile

Welche Art der Führung bevorzugt dein Chef? Setzt er auf Max Weber oder folgt er Kurt Lewin? Und wie verhält es sich mit seinem Löwen-Ego?

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Soziologe Max Weber

AUTOKRATISCH

  • Chef ist der Alleinbestimmer
  • sehr strenge Hierarchie
  • kein persönliches Verhältnis zum Mitarbeiter
  • Wertschätzung der Arbeit: keine, Sache steht im Vordergrund
  • Motivation: stark kontrollierend
  • große berufliche Konflikte bei „Nichtgehorsam“
  • Mantra: „Es gibt nur eine richtige Meinung.“
  • Löwen-Ego: unendlich groß

PATRIARCHISCH

  • Machtfülle/Alleinentscheider durch Chef
  • „väterliche oder mütterliche“ Rolle gegenüber dem Mitarbeiter
  • Wertschätzung der Arbeit: Lob und Tadel
  • Motivation: Fürsorge und Legitimation des Handelns durch Erfahrungsschatz
  • große berufliche Konflikte bei nicht-mitmachen
  • Mantra: „Es ist nur zu deinem Besten…“
  • Löwen-Ego: riesig

CHARISMATISCH

  • Chef sieht sich als Leitfigur oder Vorbild
  • besitzt sehr große Überzeugungskraft
  • Wertschätzung der Arbeit: Lob und Tadel
  • Motivation: sieht sich als Ideal, nach dem der Mitarbeiter streben soll
  • berufliche Konflikte sind vorprogrammiert, wenn Mitarbeiter nicht mitzieht
  • Mantra: „Ich bin dein Guru, du hast mir zu folgen.“
  • Löwen-Ego: groß

BÜROKRATISCH

  • nicht personenbezogen
  • Regeln und allgemeine Vorschriften üben Haupteinfluss aus, austauschbar
  • Wertschätzung der Arbeit: wie es die Regeln vorsehen
  • Motivation: es werden nur die sachlichen Fakten zur Bewertung herangezogen, berufliche Konflikte, wenn Abweichung von Vorschriften
  • Mantra: „Freitag ab eins, macht jeder seins.“
  • Löwen-Ego: keins

Psychologe Kurt Lewin

AUTORITÄR

  • Chef trifft Entscheidungen ohne Rücksprache
  • keine Unterstützung des Mitarbeiters
  • Wertschätzung der Arbeit: bei Fehlern „Bestrafung“
  • Motivation: Alleinentscheidung mit großer Geschwindigkeit, extreme Strenge und Konsequenz
  • große berufliche Konflikte sind vorprogrammiert
  • Mantra: „Was ich sage, wird gemacht.“
  • Löwen-Ego: riesig

DEMOKRATISCH-KOOPERATIV

  • der Mitarbeiter wird in die Entscheidung einbezogen
  • gemeinsame Entscheidungen werden gefällt
  • durch offene Kommunikation sind konstruktive Einwände fördernd
  • Anerkennung der Arbeit: Lob und bei Fehlern Unterstützung statt Bestrafung
  • Motivation: Wir sind ein Team.
  • berufliche Konflikte werden lösungsorientiert behandelt
  • Mantra „Gemeinsam erschaffen wir uns unseren Planeten.“
  • Löwen-Ego: wenig

LAISSEZ-FAIRE

  • Selbstbestimmung durch Mitarbeiter
  • Eigenverantwortung steht im Vordergrund
  • weder Bestrafung noch Unterstützung bei Fehlern
  • Motivation: Eigenverantwortung der Mitarbeiter genießt oberste Priorität
  • Wertschätzung der Arbeit: kein Feedback, auch kein Lob
  • Mantra: „Es ist alles erlaubt, was du machst.“
  • Löwen-Ego: keins

Neben den unterschiedlichen Führungsstilen, geht es bei der Einschätzung deines Chefs auch um seine Persönlichkeit. Dabei spielt die Betrachtung des eigenen Egos eine sehr wichtige Rolle. Wie laut brüllt er? 

Wie sieht sich dein Chef?

Vorgesetzter: „Jemand, der anderen übergeordnet ist und berechtigt ist, Anweisungen zu geben.“ Großes Ego.

Führungskraft: „Person, die in leitender Stelle tätig ist, Fähigkeit, eine Führungsposition auszufüllen.“ Kleines Ego.

Den Unterschied zwischen beiden Chefarten macht die Absicht des Handelns aus und WIE sich dein Chef selbst wahrnimmt.

Vorgesetzte(r)

  • Für den "Vorgesetzten" ist der eigene Erfolg am wichtigsten und dafür ist er bereit, alles zu tun, ohne Rücksicht auf andere Menschen. Das Verhalten ist von einem riesigen Ego geprägt. Er wird versuchen, alles umzusetzen - koste es, was es wolle. Ihm ist ausschließlich die Zielerreichung und Einhaltung der Regeln & Vorschriften wichtig.

  • Seine Mitarbeiter stehen nicht im Fokus. Er hat oft kein funktionierendes Team, sondern eine Ansammlung von Einzelkämpfern. Das Verhältnis zu seinem Team ist eher distanziert. Er neigt dazu, Fehler oft zu thematisieren und nicht zu loben. Berufliche Konflikte stehen an der Tagesordnung, weil sich seine Mitarbeiter nicht wahrgenommen, wertgeschätzt oder unfair behandelt fühlen.

  • Der Vorgesetzte zeigt seinen Mitarbeitern, dass es egal ist, was er sagt. Die Mitarbeiter sind manchmal sprachlos und sie schaffen es nicht, die Fakten so herüberzubringen, wie sie es möchten bzw. überzeugend zu argumentieren. Sie haben Probleme mit dem Vorgesetzten und wissen nicht, wie sie richtig reagieren bzw. antworten können bzw. was sie in den Gesprächen sagen. Die Stimmung in solchen Teams ist oft erdrückend und von großer emotionaler Unruhe geprägt.

Führungskraft

  • Eine "Führungskraft" ist jemand, der neben der Einhaltung der Regeln und Vorschriften, SEIN Team in den Mittelpunkt stellt. Das Verhalten gegenüber seinem Team findet auf Augenhöhe statt.

  • Es zählt jedes Teammitglied und die Führungskraft versucht, alle Mitarbeiter seines Teams in ihren Talenten zu fördern. Er setzt sie stärkeorientiert ein, um das beste Teamgesamtergebnis zu erreichen. Er fördert einen starken Zusammenhalt untereinander. Er sieht sich als Teil des funktionierenden Teams, weil er weiß, dass er damit am erfolgreichsten ist.

  • Die Menschen haben Vertrauen zu ihm. Seine Mitarbeiter fühlen sich gesehen und wertgeschätzt, sie dürfen aktiv mitwirken und haben oft viel mehr Freude an der Umsetzung der Ziele. Sie sind bereit, mehr zu geben. Die Mitarbeiter fühlen sich wohl und haben Freude an ihrer Arbeit. Das entscheidet in herausfordernden beruflichen Situationen über Erfolg oder Niederlage. Es gibt wenige berufliche Konflikte mit dem Chef.

Welche Rolle spielt das Ego?

Die Unterscheidung zwischen Vorgesetzter und Führungskraft, lässt einen großen Rückschluss auf die Bedeutung des eigenen Egos zu. Ein großes Ego bedeutet, eine hohe Identifikation mit dem eigenen Ich. „Ich brülle so laut ich kann.“

Dinge, wie berufliche Funktion, gesellschaftlicher Status, Kinder, Ehepartner(in), Materie in Form von Auto, Haus, Luxusgütern, Besitztümern, Urlaub etc. werden mit dem eigenen Wert assoziiert.

Je mehr derjenige an Besitz hat, desto toller fühlt er sich. Er glaubt, dass eine Ansammlung von materiellen Gütern oder Status – das höchste Ziel ist und das er sich vollständig fühlt, wenn das erreicht ist.

Der egogesteuerte Chef hat häufig im Verborgenen große Ängste und Komplexe, die er sich nicht eingesteht oder wahrnimmt, z.B. die Angst vor dem Verlust der hohen beruflichen Funktion, Reduzierung des Besitzes oder Geldlosigkeit. „Hoffentlich merkt keiner, dass ich ein Trottel bin.“

Sein allgemeines Handeln ist von Angst gekennzeichnet. Er steht selbst unter hohem Druck und dieser Druck wird in engen/unangenehmen Situationen mit anderen weitergegeben.

In beruflichen Spannungen bedeutet das eine geringe Konfliktfähigkeit mit seinen Mitarbeitern. Die
Unstimmigkeiten werden im Keim erstickt und durch das Ausspielen von Macht klein gehalten. Für sein Team ist es sehr schwierig, einen konstruktiven Umgang in beruflichen Konfliktsituationen zu finden.

Der Chef nimmt die Äußerungen oft persönlich und reagiert mit einer Abwehrhaltung. Der Mitarbeiter fühlt sich unverstanden und eine reibungslose Kommunikation ist nicht mehr möglich.

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Eine große Rolle spielt auch die Frage: wie sich derjenige SELBST WAHRNIMMT.

Die folgenden Fragen erleichtern dir die Einschätzung:

  • Wie wichtig ist dem Menschen seine Funktion?

  • Welche Anerkennung zieht er aus ihr?

  • Ist sein Selbstwertgefühl allein von der Funktion abhängig?

  • Hat er neben seinem beruflichen Erfolg auch ein erfülltes Privatleben?

  • Denkt er in Hierarchien?

  • Welche menschlichen Qualitäten zeichnen ihn aus?

  • Denkt der Mensch im "Ich" oder "Wir"?

  • Wie nimmt er seine Mitarbeiter wahr?

  • Wie gestaltet sich seine Wertschätzung dir gegenüber?

Die Antworten ergeben einen Rückschluss auf seine Führungspersönlichkeit! Wenn deinem Chef die Funktion sehr wichtig ist, er eine große Anerkennung daraus zieht, das Selbstwertgefühl nur davon abhängt, er kein nennenswertes Privatleben pflegt, das Hierachiedenken groß ausgeprägt ist und er im „Ich“ denkt, dann kannst du von einem RIESIGEN EGO ausgehen.

NEBEN DEM FÜHRUNGSSTIL UND DER EGOBETRACHTUNG, GEHÖREN ZU DEN CHEFKOMPETENZEN AUCH

  • die technischen Skills

  • Qualifikationen

  • Führungserfahrungen

  • Mitarbeiterkompetenz

  • die Erfahrungen, die der Mensch in seiner Kindheit, Schulzeit, Ausbildung, Studienzeit gemacht hat

  • die Erfahrungen der Chefs mit seinem Chef

Von Chef zu Chef

  • Wie ist das Verhältnis zwischen den beiden?

  • Wird mit Druck oder Freiheit gearbeitet?

  • Kontrolle oder Vertrauen

  • Arroganz oder Kompetenz

  • Fehlersuche oder Anerkennung

  • Missgunst oder Freude

  • Misserfolge groß machen oder Erfolge feiern

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Fühlt sich dein Chef wohl in dem Verhältnis? Gehen die beiden leicht und unbeschwert miteinander um? Ist es deinem Chef erlaubt, konstruktive Kritik zu üben? Nehmen sich die beiden als Menschen wahr oder begegnen sie sich ausschließlich auf der Sachebene? In welcher Gemütsverfassung kommt dein Chef von solchen Terminen zurück? Wieviel Ego hat der Chef vom deinem Chef?

Diese Erfahrungen tragen einen erheblichen Teil zur Lösungskompetenz deines Chefs bei beruflichen Konflikten bei.

Umgang mit den eigenen Mitarbeitern

Daraus folgend, lässt sich oft der Umgang mit den eigenen Mitarbeitern ableiten. Wenn Chefs von ihren Chefs mit großem Druck behandelt werden, dann neigen sie je nach Führungspersönlichkeit dazu, diesen Druck ungefiltert an ihr Team weiterzugeben.

Die beruflichen Konflikte verschärfen sich und die Mitarbeiter fühlen sich unwohl. Die Verunsicherung steigt auf beiden Seiten, was dazu führt, dass die Ergebnisse schlechter sind und mit einem höheren Aufwand erreicht werden.

Der sogenannte „Wohlfühlfaktor“ ist im Kellergeschoss angekommen und die Kommunikation zwischen den Hierachiebenen findet angespannt statt. Beide Seiten verlieren ihre Souveränität. Die Mitarbeiter sind unzufrieden mit der internen Kommunikation und schlechten Arbeitsatmosphäre. Berufliche Konflikte stehen an der Tagesordnung.

Wenn Chefs ein Verhältnis auf Augenhöhe zu ihrem Chef haben, im Mittelpunkt ihres Handels der Mitarbeiter steht und das Ego klein ist, führt das zu großer Zufriedenheit, was den gegenseitigen Umgang miteinander betrifft.

  • Redet er nur von sich?

  • Schaut er dich beim Reden an?

  • Stellt er dir interessiert Fragen?

  • Geht es ausschließlich um geschäftliche Themen?

  • Wieviel weiß er von deinem Leben?

  • Hat er den höheren Redeanteil?

  • Über welche Themen außerhalb des Berufes redet er am liebsten?

  • Geht es in den Gesprächen viel um materielle Dinge oder Status?

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